Fotoausstellung Rostock unbequem

FRIEDA23 | 25. Sep – 3O. Okt>>>

Grußwort

Steffen Bockhahn
Steffen Bockhahn
Senator für Jugend, Soziales, Gesundheit, Schule und Sport der Hanse- und Universitätsstadt Rostock Schirmherr für unsere Fotoausstellung

Bei Fotoausstellungen denkt man häufig an Hochglanz, an Ästhetik, an Schönes, an Architektur oder bezaubernde Landschaften. Woran man in der Regel nicht gleich denkt, sind die alltäglichen Blicke auf das »Leben nebenan.« Doch wie geht es eigentlich den Menschen in unserer Nachbarschaft? Wie geht es denen, die wenig
und oft auch deutlich zu wenig haben, um gut über den Monat zu kommen. Wie erleben diese Menschen ihre Situation, wie ist ihr Blick auf ihr eigenes Leben? Dieser Frage und vor allem den unbequemen Antworten stellt sich diese Ausstellung und ich freue mich, dass wir sie hier zeigen können.

Dafür bedanke ich mich bei denen, die es organisiert haben und vor allem bei denen, die Einblicke in ihr Leben gegeben haben.

Sie sehen die Stadt anders. Zu anderen Zeiten.
Mit anderen Augen.

Im September 2O18 haben wir unseren
Strohhalm-Verkäufern Einweg-Kameras
in die Hand gedrückt>>>

Babette Limp-Schelling
Babette Limp-Schelling

»Fotografiert das, was ihr jeden Tag seht.« Neun Monate später hatten wir die Kameras wieder in der Redaktion. Natürlich ahnten wir, dass dabei keine professionell-schöne Fotos entstehen würden. Es ist hart, mit wenig Geld auskommen zu müssen. Es ist hart, stundenlang vor einem Supermarkt zu stehen. Diese Härte werden Sie in den Fotos wiederfinden.
Zugegeben, das ist eine ungewöhnliche Art, die 25O. Ausgabe unserer Zeitschrift zu feiern. Aber der STROHhalm ist eine Antwort auf die soziale Not in unserer Stadt.
Das ist ein Grund, stolz zu sein. Kein Anlass für Champagner.

Den Katalog zur Ausstellung >>> erhalten Sie bei den Straßenverkäufern oder bei Wohltat e.V.

Verkaufspreis 5 €
Die Hälfte des Erlöses geht an die Verkäuferin oder den Verkäufer der Straßenzeitung Strohhalm.

Verein Wohltat>>>

Seit 1992 gibt es den Verein Wohltat, er kümmert sich seit zehn Jahren um ein tägliches gesundes Frühstück für viele Schulkinder, betreibt die Suppenküche in der Südstadt und sein Technischer Dienst hilft seit über zwanzig Jahren bei Umzügen und Malerarbeiten. Am 1. Dezember 1995 gab der Verein den ersten STROHhalm heraus. Inzwischen sind 25O Ausgaben erschienen, ohne Unterbrechung jeden Monat. Das ist eine lange Zeit, den meisten anderen Straßenzeitungen in Deutschland ist kein so langes Leben beschieden. Seit der Euro-Umstellung funktioniert das Straßenzeitungssystem des STROHhalms: Für 6O Cent kaufen unsere Verkäufer die Zeitschrift in der Redaktion am Dierkower Damm. Für 1,2O Euro können sie den STROHhalm in der Stadt weiterverkaufen. Unsere Verkäufer müssen ihren Ausweis sichtbar tragen und sie haben fest zugewiesene Verkaufsplätze. Die Hanse- und Universitätsstadt Rostock und der Paritätische Wohlfahrtsverband fördern den STROHhalm regelmäßig. Danke dafür. Zum System gehört auch, der Stadt etwas zurückzugeben: Eine Zeitschrift, die städtische Themen aufgreift, ihre Leser unterhält und ihren Verkäufern so etwas wie einen Job gibt.

>>>www.verein-wohltat.de